Darf der Hund ins Bett? Hygiene und andere Argumente

Wir behandeln nun ein oft sehr kontrovers diskutiertes Thema aus der Hunde(halter)welt. Die Frage, ob der Hund im Bett schlafen sollte oder nicht.

Grundsätzliches zuerst: Ist es gesundheitlich bedenklich, einen Hund im Bett schlafen zu lassen?

Hund und Hygiene


Grundsätzlich kann man schlicht und einfach "Nein" sagen. Ein Hund, vorausgesetzt er wird regelmäßig auf Krankheiten untersucht, entwurmt und geimpft, ist gesundheitlich völlig unbedenklich für uns Menschen. Ist er natürlich nicht gesundheitlich vom Tierarzt "gewartet" worden, kann man nicht ausschließen, dass er Würmer, Zecken, oder gar Krankheiten mit nach Hause bringt, die dann dich als Hundehalter befallen oder anstecken können.

Auch sollte das Fell des Hundes täglich gepflegt werden (also mindestens einmal täglich richtig durchgebürstet werden), damit man nicht unter einer Decke aus Hundehaaren schläft.

Es gibt auch Hunde, die schlichtweg stinken. Große Hunde mit großen Zähnen riechen nun einmal stark nach dem Futter, das sie fressen. Hunde scheren sich auch nicht darum, dass du im Bett liegst, wenn sie ihre Blähungen frei lassen. Und manche Hunde (oft Rottweiler und andere kurzhaarige Hunde) besitzen ein Fell, das übermäßig viel Talg produziert und daher stinkt. Im Gegensatz zu Mundgeruch und Blähungen kann diese Art von Gestank schnell in die Bettwäsche einziehen, sodass man quasi IM Gestank des Hundes nächtigt.

Nun musst du dich fragen, will ich in einem stinkenden Bett schlafen, nur damit er sich nicht ausgeschlossen fühlt - ergo, ich mich nicht schlecht fühle?

Mensch und Hund


Die nächste Frage, die du dir stellen musst, ist folgende: Will ich, dass mein Hund FÜR IMMER bei mir im Bett schläft? Denn wenn du es einmal zulässt, wird es sofort zu einer Gewohnheit, die sich der Hund kaum mehr abgewöhnen lässt.

Eine ökologisch unbedenkliche Heizdecke im Winter zu haben, scheint zunächst attraktiv, genauso das Argument, nicht alleine schlafen zu müssen - also immer einen mobilen Teddybär zu haben, der als Krönung des Ganzen auch noch atmen und interagieren kann.

Doch was halten andere davon? Beispielsweise dein jetziger oder zukünftiger Partner?
Und willst du wirklich deine Sehnsucht nach einem Partner, der mit dir im Bett schläft, durch deinen Hund befriedigen?

Lass dir eins sagen: Sehr viele Menschen, vor allem Männer, finden es überhaupt nicht gut, sich ihr Bett mit einem ausgewachsenen Hund zu teilen. Das kann sogar so weit gehen, dass die Trennung nicht zu vermeiden ist.

Übrigens sind die meisten Menschen, die Hunde in ihrem Bett schlafen lassen, Frauen. Verwunderlich? Nicht wirklich, oder?

Hund und Mensch


Ein weiteres Problem, über das man nachdenken sollte, ist das der Rangordnung. Während die einen argumentieren, dass es das normalste der Welt ist, dass ein Hund nachts in der Nähe des Rudelführers schläft, sagen die anderen, dass ein Hund in freier Wildbahn NIEMALS das Lager des Rudelführers - also das Bett - beanspruchen würde.

Wir schließen uns der 2ten These an und sagen, dass es zu einem deutlichen Konflikt in der Rangordnung kommen kann, wenn der Hund im Bett geduldet wird.

Dem Hund sollte unserer Meinung nach von Anfang an klar gemacht werden, dass das Bett DEIN Revier ist, in dem er nichts zu suchen hat. Der Hund sollte also, wenn er Anstalten macht, aufs Bett zu springen mit einem konsequenten "NEIN" davon abgehalten werden. Tagsüber solltest du die Tür ins Schlafzimmer schließen, um nicht unentwegt das Tun deines Hundes verfolgen zu müssen.

Denk immer daran, du tust deinem Hund nichts Schlechtes, indem du ihm verweigerst, mit dir in einem Bett zu schlafen. Auch wenn er zunächst darunter zu leiden scheint - du musst stärker sein (ein Rudelführer nun einmal) und ihm einen anderen Schlafplatz zuweisen. Dieser kann gerne im Schlafzimmer sein - deine Matratze jedoch sollte nur dir gehören.

Jetzt wird's amtlich: Was man bei der Anmeldung beachten muss

Du hast gerade deinen Hund bekommen, knuddelst ihn und schließt ihn so richtig ins Herz. Du hast alles an Hundeausrüstung besorgt, ihm einen gemütlichen Schlafplatz eingerichtet und für genügend Futtervorräte gesorgt. Nur eines fehlt: Die Steuermarke am Halsband, denn dein Hund ist noch nicht angemeldet.

Wie du vorgehen solltest:


Spätestens ab dem vierten Lebensmonat sollte der Hund gemeldet werden. Übernimmst du ihn, wenn er älter ist als das (z.B. aus dem Tierheim), musst du ihn zu Beginn des nächsten Monats anmelden.

Die Anmeldung erfolgt in deiner Gemeinde. Und das denkbar einfach: Du kannst entweder alleine dorthin gehen oder anrufen und dir die Formulare zuschicken lassen. Papiere vom Tierarzt oder Züchter sind in der Regel nicht gefragt, sodass Anmeldung deines Hundes zu einem Großteil auf Vertrauen mit deinem zuständigen Gemeindeamt basiert.

Also keine Angst vor großen Hunden! ;-)

Sei einfach ehrlich, vor allem, wenn es um die Frage geht, welcher Rasse dein Hund angehört. Das entscheidet nämlich letztendlich die Steuerklasse, in die er fällt und somit den jährlichen Beitrag, den du zahlen musst.

Lügst du und sagst, dass dein Pitbull ein Yorkshire-Terrier ist, kann dir das bei einer Kontrolle (beispielsweise wenn der Hund entläuft und eingefangen wird) teuer zu stehen kommen.

Sei auch ehrlich, was die Herkunft deines Hundes angeht. Übernimmst du beispielsweise einen alten Polizeihund, musst du keine oder nur ermäßigte Hundesteuern zahlen, weil die Polizei den Lebensabend des Hundes auf diese Weise bezuschusst. Auch viele Tierheime unterstützen dich bei der Hundesteuer, sodass du weniger zahlen musst.

Die Kostenfrage:


Wieviel du letztendlich zahlen musst, hängt davon ab, in welcher Gemeinde du lebst, wie viele Hunde du hast und welcher Rasse sie angehören. Im Regelfall gelten für "normale" Hunde keine Steuersenkungen.

Dass sich Hundehalter fragen, ob sie die Steuern für ihren Hund auf irgendeine Weise senken können, ist für uns mehr als verständlich! Es bedeutet ja nicht, dass man die Steuern hinterzieht, wenn man von Rechten Gebrauch macht, die einem zustehen. Hier sind daher die Faktoren die eine starke Verminderung der Steuer bzw. deren Aufhebung mit sich führen.
  • Nutzhunde: Schafhütehunde oder Wachhunde auf abgelegenen Höfen
  • Polizei- und Rettungshunde
  • Blinden- und Behindertenhunde
  • Hunde mit bestandener Begleithundprüfung
  • Hunde, die in kommerziellen, privaten Züchtungen leben
Fällt dein Hund in eine dieser Kategorien, musst du deiner Gemeinde "beweisen", dass er tatsächlich dazu gehört - also entsprechende Formulare vorzeigen.

Hier ist eine wunderbare Web-Adresse, die alle Hundesteuern innerhalb Deutschlands für die einzelnen Gemeinden auflistet: http://zergportal.de/baseportal/Hundesteuer/Datenbank.

Den Hunde longieren - Was ist das?

Hunde Longieren - Was ist das?
Das Longieren des Hundes ist ein Trend der langsam aber sicher immer bekannter in deutschen Landen wird. Grundsätzlich funktioniert es gar nicht so anders wie das allseits bekannte Longieren von Pferden (wo das Pferd an einer langen Leine, genannt Longe, um seinen Besitzer herumläuft).

Anders als bei der Pferdehaltung liegt der Fokus hier allerdings nicht nur darauf, dem Hund ausreichend Bewegung zu verschaffen - Nein, das Longieren soll den Hund auch mental fordern, sodass er ganzheitlich ausgelastet wird und keinem Alltagstrott zum Opfer wird.

Es geht also um mehr, als Wuff stundenlang im Kreis laufen zu lassen, bis ihm die Zunge hängt. Im Gegenteil: Es geht viel eher darum, aus der Distanz zu bewirken, dass der Hund ständig auf dich, seinen Halter, fixiert ist und deine Kommandos umsetzt.

Gutes Konzept, nicht? ;-)

Wozu ist es gut?
Wie man schon oben erkennen kann, liegt der Fokus darauf, die Kommunikation zwischen Hund und Mensch zu fördern. Dadurch, dass der Hund non-stop auf seinen Halter schauen muss, lernt er auch für normale Spaziergänge immer geistig "da" zu sein. Dadurch wird auch die Distanzkontrolle deinerseits gefördert und die allgemeine Konzentrationsfähigkeit des Hundes nimmt zu.

Ganz abgesehen von der Beziehung Mensch-Hund wird der Hund mental und körperlich gut ausgelastet, sodass sich nach einiger Zeit seine Ausdauer deutlich verbessert und Jagd- und Lauftrieb vermindert werden.

Wer ist dazu geeignet?
Das Longieren ist für jeden körperlich aktiven Hund und jeden Halter geeignet. Auch körperlich beeinträchtigte Menschen kommen hier mit Bello voll auf ihre Kosten und können das Programm durchziehen.

Solltest du an einen Rollstuhl etc. gebunden sein, brauchst du für das "An-Longieren" deines Hundes erst einmal Hilfe von Freunden, aber wenn die Grundzüge erlernt sind, wirst du auf keine Hilfe mehr angewiesen sein.

Was braucht man dazu?
-Platz: Du solltest ein Stück Wiese nehmen, wo du mindestens 10x10m Platz hast, um den Longier-Kreis aufzustellen und möglichst ungestört von anderen äußeren Einflüssen bist.
-Material, um den Kreis zu bauen, um den Wuff laufen soll: Der Klassiker sind hier Zeltheringe und rot-weißes Flatterband. Bretter für einen fest-installierten Kreis gehen auch, genauso Zeltstangen etc. Hauptsache der Kreis ist am Ende rund und signalisiert Bello, dass er da nicht rein soll.
-Lot zum Abstecken des Kreises: Am besten ein Seil in der entsprechenden Länge - gegebenenfalls auch die Longe selbst.
-Longe für den Hund: Hier tut es auch - man glaubt es kaum - eine handelsübliche Wäscheleine in der richtigen Länge. Hauptsache ist, dass die Leine nicht zu schwer ist. Es ist also vor allem für mittelgroße und kleine Hunde eher vorteilhaft, eine billige aber leichte Wäscheleine zu nehmen anstelle einer mitunter doch recht schweren Longe.
-Karabinerhaken für die Longe: Auch hier ist kleiner und leichter Trumpf.
-Leckerlies bzw. Futterdummy

Wie es mit dem Training geht, kannst du hier nachlesen: Hund longieren - Wie geht das?

Den Hund longieren - Wie geht das?

Dass Longieren nicht nur etwas für Pferde ist, haben uns die Skandinavischen Polizeihunde schon seit 1960 bewiesen. Hier kannst du nun lernen, wie du das Longieren sanft deinem Hund beibringen kannst.

Andere Tipps und Infos findest du hier: Hunde longieren - Was ist das?

Schritt 1: Grundsätzliches

Hier geht es darum, Bello sanft an die Longe heran zu führen, denn wie du es dir denken kannst, ist es für einen Hund alles andere als natürlich, im Kreis um seinen Halter herumzulaufen in der Erwartung neuer Kommandos.

Wir gehen daher sehr sanft und rücksichtsvoll mit dem Hund um. Wir wollen ihn nämlich positiv bestärken und  ihm nicht im Vornherein schon die Lust am Longiert-Werden nehmen.

Merke dir direkt am Anfang 3 Dinge:
  1. Gelobt wird nur, wenn der Hund AUßERHALB des Kreises läuft. Gelangt der Hund IN den Kreis, wird er mit "Ab" heraus gewiesen und gegebenenfalls sanft heraus geschubst.
  2. Bitte neue Kommandos verwenden, wenn der Hund longiert wird. Also "Go" anstelle von "Fuß" und "Stop" anstelle von "Steh". Kommandos wie "Sitz", "Platz", "Hop" dürfen gleich bleiben.
  3. Nie länger als 5-10 Minuten trainieren. Mehr als das treibt den Hund in die Erschöpfung und erzeugt eine negative Verstärkung, die ihm die Lust am Longiert-Werden nehmen könnte.

Schritt 2: Das Anlongieren

Hier geht es zunächst 100% darum, den Blick deines Hundes auf dich zu richten während er außerhalb des Kreises neben dir herläuft. Er ist also nur sehr kurz (ca. 1m) an der Longe.

Lasse ihn, so wie ihr es vermutlich gewohnt seid, an deiner linken Seite laufen und belohne ihn, sobald er zu dir heraufschaut. Zu Beginn darfst du ihn noch mit "Schau" rufen, aber bereits nach ein paar Minuten sollte es auch ohne gehen, sodass er dich ständig fixiert. Du kannst auch gerne ein paar Kommandos wie "Sitz" einbauen, um das Training aufzulockern und auch für den Hund interessanter zu gestalten.

Wenn ihr es über mehrere Runden geschafft habt, dass er dich ständig fixierst, näherst du dich der Mitte des Kreises ein bisschen, lässt also ein wenig Platz zwischen dir und deinem Hund. Will er dir nach, sagst du "Nein", "Ab", oder was ihm auch immer signalisiert, dass er außerhalb des Kreises laufen soll.

Dies ist die schwierigste Hürde für euch beide. Verliere also nicht den Mut, wenn's nicht sofort klappt.

Schritt 3: In die Mitte!

Wenn es dann für ein paar Runden klappt, gehst du weiter auf die Mitte zu und gehst auf gleiche Weise vor wie oben. So erhöhst du den Abstand zu deinem Hund, bis du schließlich genau in der Mitte des Kreises stehst und er dich fixierend außen herum läuft.

Nun beginnt das eigentliche Training und du kannst nach und nach Kommandos einführen, wie du es möchtest und wie du deinen Hund forderst ohne ihn zu überfordern.

Übrigens klappt das Longieren bei den meisten Hunden nach einiger Zeit so gut, dass die Longe abgenommen werden kann und der Hund ohne jegliche Behinderung im Kreis läuft. Das hat natürlich den Vorteil, dass mensch nun Hindernisse anbringen kann, die Wuff überwinden soll... ;-)



Viel Spaß beim Longieren!

Tipps und Tricks, die dem Hund das Zurück-Kommen lehren

Viele Hundehalter kennen folgendes Problem oder ein ähnliches: Sie gehen Gassi und wollen ihrem Hund etwas Guten tun. Damit der Wuff schnüffeln kann und etwas selbst bestimmen kann, wohin er geht, wird er von der Leine gelassen. Zunächst ist alles super, er hört, schaut immer wieder zum Besitzer zurück und entfernt sich nicht allzu weit. Dann plötzlich: der Umschwung. Der Hund läuft weg, bis er schließlich außer Sichtweite gerät und Herrchen gerät in Panik.

Natürlich kommen die meisten Hunde irgendwann zurück oder lassen sich zumindest wieder finden. Aber dass der Hund immer wieder wegläuft ist alles andere als erfreulich: Schließlich setzt sich Bello auf seinen Streifzügen ernsthaften Gefahren aus - genannt seien hier nur Straßen, Jäger und andere Hunde.

Wie bekommt man das Problem in den Griff?

Was du nicht tun solltest:

Der Hund ist - egal welche Zucht - immernoch ein Stück weit Wildtier, dass seinen Instinkten folgt. Der Hund ist auch nicht doof und kennt dich als seinen persönlichen Dosenöffner sehr gut. Beispielsweise weiß er auch, dass du nicht so schnell rennen kannst wie er und dass ihm auch keine ernsten Konsequenzen drohen, wenn er wegläuft.

Hier sind daher einige Hinweise, wie du eventuell das negative Verhalten deines Hundes eher verstärkst, als das Problem zu lösen:

Nicht hinterher laufen:
Der Hund, der von dir verfolgt wird, hat die Möglichkeit, dein Verhalten auf zwei Weisen zu deuten:
  1. Er denkt, du willst mit ihm spielen. Das findet er toll und rennt weiter.
  2. Er bekommt Angst, ihm stehe eine Bestrafung bevor, sobald du ihn am Halsband packst (und sei es nur die daraus resultierende Unfreiheit). Die Angst verleitet ihn eher dazu, noch schneller zu laufen.
  3. Er denkt, er ist das Alpha-Tier, das die Richtung angibt und du folgst eh. Ergo wird er seine Richtung nicht ändern und seinen Schritt nicht verlangsamen.
Nicht wild schreien und herumfuchteln:
Der Hund spricht kein "Menschisch". Daher kann er deine Worte nur bedingt verstehen - das heißt, er versteht Kommandos (vorausgesetzt er hat sie gelernt) und deine Stimmlage. Jetzt überleg mal: hört sich deine Stimme einladend und attraktiv an, wenn du Bello hinterherbrüllst? Wohl eher nicht. Dein Hund wird dich im besten Fall "lustig" finden und es als Spiel deuten. In den meisten Fällen jedoch wird er begreifen, dass du sauer bist und ihm negative Konsequenzen drohen, wenn er zu dir kommt.
Das bedeutet natürlich nicht, dass du Kommandos wie "Komm" und "Hierhin" nicht laut sprechen solltest. Die kannst du so laut schreien wie du willst, solange deine Stimme fest und bestimmend ist. Natürlich sollte deinem Hund auch klar sein, dass ihn etwas Gutes erwartet, wenn er dein Kommando befolgt. Leckerlies und viel Lob sind hier dein Freund. ;)

Nicht nach dem Zurückstreunen loben: 
Wenn dein Hund nun irgendwann von alleine zurückkommt und sich mit einer "Mine voll schlechtem Gewissen" (also eingezogener Schwanz, abgewendeter Blick etc.) vor dich stellst, solltest du ihn natürlich nicht loben. Er ist immerhin nicht auf dein Kommando zurück gekommen, sondern von sich aus. Mit seinem Verhalten versucht er bloß bei dir zu erreichen, dass du ihm verzeihst, ohne dass er in Zukunft sein Verhalten ändern müsste. Natürlich bist du froh, dass Wuff zurück und unversehrt ist, aber so sehr willst du dich doch nicht von ihm erziehen lassen, oder?

Nicht Bestrafen, wenn der Hund zurückkommt: 
Angenommen, der Hund rennt erst weg, gerät außer Sichtfeld (du hörst natürlich nicht auf, zu rufen) und nach ein paar Minuten kommt er wieder zu dir und wedelt mit dem Schwanz. Wenn du ihn jetzt bestrafst, lernt er, dass es sich nicht lohnt, überhaupt zu dir zurück zu kommen. In diesem Fall ist es angebracht, dem Hund ein kleines Lob zuzugestehen, ihn aber nicht in Leckerchen zu baden.

Was gegen das Weglaufen wirkt:

Du kannst bei deinem Hund, der immer wieder wegläuft, mit verschiedenen Mitteln arbeiten. Eine Mischung der Mittel ist in vielen Fällen sicherlich nicht falsch, jedoch könnte es dir als Halter mehr bringen, dir passend zu deinem Hund die richtig erscheinende Methode konsequent durchzuführen.

Die Schleppleine: 
Die wohl größte Erfolgsquote gegen Streuner hat die so genannte Schleppleine. Dies ist eine aus einem langen Seil bestehende Leine, die der Hund die meiste Zeit hinter sich herziehen kann (natürlich nicht in Nähe von Straßenverkehr, hier wird die Leine natürlich kurz gehalten). Die Längen sind verschieden, sie fangen bei 8m an und gehen bis zu 50m.
Das Training läuft folgendermaßen ab: Du lässt auf einer geeigneten Wiese die Leine lang, sodass dein Hund gehen kann, wohin er will. Sobald sich der Hund mehr als 2m entfernt oder du den Eindruck hast, dass er dich nicht mehr beachtet, rufst du ihn sofort zu dir und belohnst ihn. Du kannst auch kurz an der Leine zupfen. Wenn dein Hund ab dieser Länge zuverlässig hört, gibst du ihm 2 Meter mehr von der Schleppleine und führst die gleiche Prozedur durch.
Wenn du am Ende der Schleppleine angekommen bist und dein Hund zuverlässig hört, kannst du die Schleppleine loslassen und sie von deinem Hund ziehen lassen. Du führst das Programm also weiter durch und erhöhst die Distanz Meter um Meter. Schließlich kannst du dazu übergehen, die Leine zu verkürzen, sodass das Gewicht geringer wird und dein Hund beim Ziehen der leine weniger Widerstand fühlt. Auch hier bist du konsequent und rufst ihn zurück, wenn er beginnt, nicht mehr auf dich zu achten oder er eine bestimmte Distanz überschreitet.
Am Ende sollte nur noch ein halber Meter Schleppleine an deinem Hund hängen (am besten beschwert mit einer Eisen-Mutter etc.).

Richtungswechsel/Verstecken: 
Die meisten Hunde gehen blitzen in Gegenden in denen sie sich auskennen und eine entsprechende Sicherheit haben. Gehst du mit deinem Hund durch ein unbekanntes Gebiet wird er eher nicht davonlaufen, weil er unsicher ist. Anders steht die Sache natürlich bei Hunden, die denken, sie seien dominant über dich oder die hingerissen werden von ihrem Jagdtrieb. Wenn du einen Hund der letzten beiden Kategorien besitzt, raten wir dir, das folgende Programm nicht auszuführen, sondern erst einmal die Sache mit der Schleppleine auszuprobieren.
Wenn dein Hund frei herum läuft und vor dir ist, wird er manchmal einen Weg einschlagen, den ihr beide häufig zusammen geht - den Gewohnheitsweg. Der Hund tut das nicht "bewusst" um den Weg vorzugeben, aber er denkt, ihr würdet wieder diesen Weg gehen und achtet nicht auf dich. Das auf dich achten soll er jedoch lernen. Daher gehst du einfach in die andere Richtung, wenn er den Gewohnheitsweg einschlägt. Achtung: der Hund sollte nicht mehr als 10 m entfernt sein, weil er dich sonst eventuell nicht findet.
Du kannst dich auch vor deinem Hund verstecken, wenn er wieder zu weit vorangelaufen ist. Bald wird er sich umsehen und dich finden wollen.
Lobe deinen Hund in beiden Fällen, sobald er wieder an deiner Seite ist.

Abschließende Tipps:

  • Spielzeug statt Leckerlies: Hat dein Hund Übergewicht oder zeigt sich nicht allzu begeistert von Leckerlies, kannst das Lieblings-Quietsche-Spielzeug deines Hundes stattdessen verwenden. Natürlich musst du es ihm dann zuhause vorenthalten, damit es auf den Spaziergängen etwas besonderes ist.
  • Hunger macht den Meister: Viele Hunde reagieren nicht auf das Motivationsmittel "Leckerlie", weil sie schlicht und einfach satt sind. Wem es zu hart erscheint, seinem Hund einen Fastentag einlegen zu lassen, kann ihn am Trainingstag NACH dem Training füttern oder die entsprechende Futterration einfach BEIM Training als Belohnung geben.
  • Konsequenz: Bitte mache dir bewusst, dass dein Hund auch nur auf dich reagiert und sich an dich anpasst. Sei daher mit dir und deinem Hund konsequent erlaube nicht an einem Tag Dinge, die du an einem anderen Tag dann verbietest.

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