Sicherheit geht vor: Die Impfung beim Hund

Picks! Und weg ist die Angst vor Tollwut, Staupe und Co. Doch muss man danach wirklich jedes Jahr zum nachimpfen? Wie viel kostet das? Und ab wann kann ein Welpe geimpft werden?

Was ist eine Impfung überhaupt?


Impfen bedeutet, einfach gesagt, das Immunsystem vorbeugend stark zu machen gegen bestimmte schlimme Infektionskrankheiten. Das geschieht entweder durch aktive oder passive Immunisierung. Bei der Aktiven Immunisierung werden die Erreger abgeschwächt oder abgetötet, sodass sie nicht in der Lage sind, den Hund anzustecken, direkt gespritzt. Das Immunsystem des Hundes registriert die Erreger und bildet Antikörper dagegen aus. Kommt ein lebendiger Erreger in den Körper des Hundes, gibt es schon die Antikörper und sie werden fachmännisch sofort beseitigt.

Die passive Immunisierung dagegen baut darauf, die Antikörper gegen die Erreger direkt zu verabreichen. Der Körper des Hundes hat so allerdings nicht gelernt, wie er selbst diese Antikörper herstellen kann. Daher haben passive Immunisierungen eine geringere Lebensdauer und müssen öfter aufgefrischt werden.

Was muss man beim Impfen beachten?


Das Alter
Welpen sollten erst ab dem zweiten Lebensmonat die Grundimpfung gegen Hepatitis, Tollwut, Zwingerhusten, Parvovirose, Leptospirose und Staupe erhalten, weil ihr Immunsystem vorher nicht bereit ist.

Es ist auch empfehlenswert, nicht sofort alle Impfungen gleichzeitig zu geben, weil eine Impfung zumindest für kurze Zeit das Immunsystem aus dem Gleichgewicht bringt. Zu viele Impfungen gleichzeitig können zu einer starken Anfälligkeit für andere Infektionskrankheiten (z.B. eine normale Erkältung) sein.

Die Nachimpfung des Welpen, bei der alles noch einmal aufgefrischt wird, findet ab der 11. Woche statt.

Die Gesundheit
Ist der Hund ohnehin angeschlagen (oder gar krank), ist es eher schlecht als recht, ihn auch noch impfen zu lassen. Das Immunsystem würde in solch einem Fall einfach überfordert werden.

Vorbeugungen treffen
Auch Parasiten schädigen das Immunsystem. Vor allem Würmer können es ganz schön auf Trab halten. Achte daher bitte darauf, deinen Hund mindestens eine Woche vorher wurm- und flohfrei zu haben.

Wie teuer ist die Impfung?

Die Spritze plus Beratung, Eintrag, Untersuchung und Mehrwertsteuer kostet mindestens 30 Euro. Es liegt allerdings an deinem Tierarzt, wie viel er nimmt. Er muss mindestens 30 Euro nehmen (einfach Satz), kann aber bis zu 90 Euro (dreifacher Satz) berechnen, wenn er will.

Muss man wirklich impfen?


Es gibt viele Hundehalter, die ihre Hunde gar nicht impfen lassen oder nur die wichtigsten Impfungen (z.B. Tollwut und Staupe) machen lassen, weil sie davon überzeugt sind, die Nebenwirkungen des Impfens seien zu hoch im Gegensatz zu der Leistung, die man erhält.

Wie möchten uns allerdings gegen diese These stellen, denn wir halten das Impfen, auch gegen seltenere Krankheiten für äußerst sinnvoll. Denn der Schutz, den wir unseren Hunden geben, führt dazu, dass viele Krankheiten - genannt seien hier beispielsweise Hepatitis und die Tollwut - in Deutschland als ausgerottet gelten. Kommt nun ein infiziertes Tier nach Deutschland, kann es nicht zum Ausbruch der Krankheit kommen, weil alle anderen Hunde hier geschützt sind (zumindest die Mehrheit von ihnen).

Zudem braucht man für Reisen, die weiter gehen als die deutsche Grenze reicht, einen Impfpass, der belegt, dass der Hund keine Gefahr für das Land, das man bereist, darstellt. Auch in den meisten Hundepensionen, Zwingern, auf Ausstellungen und in der Hundeschule ist dein Hund unerwünscht, wenn er nicht geschützt ist.

Ob es jedoch sinnvoll ist, seinen Hund jährlich nachimpfen zu lassen, ist eine andere Sache. Immer mehr Stimmen lassen hören, die Impfstoffe würden deutlich länger halten als ein Jahr und die jährliche Auffrischung sei bloß gut für die Geldbörse der Pharmaunternehmen und (im kleineren Ausmaß) des Tierarztes.

Bild: CC 2.0